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Stadt München setzt auf fragwürdige Anti-Spam-Techniken - UPDATE

Aus aktuellem Anlass sehen wir uns gezwungen, zu den bei der Stadt München eingesetzten Anti-Spam-Techniken Stellung zu nehmen und unsere Position hier zu verdeutlichen.

Grundsätzlich stehen wir Spam-Blocklisten und serverseitigen Spamfiltern positiv gegenüber und verwenden diese auch selbst, um unsere Kunden vor unerwünschten E-Mails zu schützen. Gerade in einer Zeit, in der Spam bis zu 90% des weltweiten E-Mail-Verkehrs ausmacht, ist es notwendig möglichst konsequent gegen Spam vorzugehen, um Ressourcen zu schonen und E-Mails als Kommunikationsmittel weiterhin verwendbar zu halten. Doch die oberste Prämisse muss dabei aber lauten: Freie und uneingeschränkte Kommunikation nicht zu verhindern.

Mit den Blocklisten des Dienstleisters Backscatterer.org der UCEPROTECT-Orga setzt die Stadt München Spam-Blocklisten auf ihren Servern ein, die dieser Prämisse unserer Ansicht nach nicht folgen. Wir kritisieren im Einzelnen:

1. Intransparenz
Es ist weder klar, wer hinter Backscatterer.org oder der UCEPROTECT-Orga steckt, noch warum konkret eine IP-Adresse bei Backscatterer gelistet wurde. Der Anbieter führt nicht einmal ein Impressum auf seinen Webseiten.

2. Spam als Geschäftsmodell
Backscatterer.org berechnet für ein sofortiges Entfernen von ihren Listen mit 85,00 EUR (!). Will man diesen Betrag nicht aufbringen wartet man mitunter 4 Wochen, bis die IP-Adresse aus dieser Liste entfernt wurde.

3. Blockieren statt Markieren
Backscatter kann tatsächlich ein Hinweis auf Spam sein, muss es aber nicht. Es gibt Fälle, in denen Backscatter durchaus nicht auf Spam hindeutet. E-Mail-Server aus diesem Grund zu blockieren halten wir im Zuge der "Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel" für unangemessen.

Sollten Sie als Kunde von factsoft betroffen sein, bitten wir Sie, sich an die Stadt München zu wenden. Verweisen Sie dabei gerne auf diesen Text.

!!! UPDATE !!!

Die Stadt München bietet auf Ihrer Internetseite ein Formular zur Freischaltung von Empfängern an. Sollten Sie Probleme mit der Zustellung von E-Mails an die Stadt München haben, können Sie dort eine temporäre Freischaltung beantragen: http://www.lhm-service.de/mail/formular.html
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Vor einigen Jahren berichtete bereits das ct-Magazin über die UCEPROTECT-Orga mit einer vernichtenden Beurteilung dessen Konzepts und weiteren Hintergrundinformationen:
http://www.heise.de/ct/artikel/Spam-Golem-291396.html